KulturCheck II - 2008
"KulturCheck" ist ein Angebot im Rahmen von Projekt i , dem Projekt von Jugendrotkreuz und der Jugendfeuerwehr im Saarland.
Dieser "KulturCheck" befasst sich mit einem bestimmten interkulturellen Thema
|
Bildungsreferentin JRK Referentin Projekt i DRK LV-Saarland |
Maraike Rieber Vollweidstraße 2 66115 Saarbrücken |
Tel.: +49 681 97642-82 Fax: +49 681 97642-95 Mail: rieberm@lv-saarland.drk.de |
Das Pessachfest
Gestern begann das jüdische Pessachfest (bei uns auch häufig Passahfest genannt), welches sieben Tage lang im Kreis der Familie gefeiert wird. Das hebräische Worte pessach bedeutet verschonen oder vorbeischreiten und das Fest hat diesen Namen, weil es an den Auszug der Juden aus Ägypten erinnert.
Wie die meisten von euch vielleicht noch aus dem Religionsunterricht wissen, wurde die Sklaverei der Israeliten in Ägypten beendet, nachdem Gott zehn Plagen geschickt hat (zum Beispiel: Frosch-, Stechmücken- und Heuschreckenplage, Viehsterben). Zuletzt sollten alle Erstgeborenen Söhne sterben. Um verschont zu bleiben sollten israelische Familien ein männliches Lamm schlachten und mit dessen Blut ihre Türpfosten bestreichen. Nach dieser für viele Ägypter todbringenden Nacht ließ der Pharao die Israeliten endlich ziehen.
Das Pessachfest gehört neben dem Schawuot (Wochenfest) und dem Sukkot (Laubhüttenfest) zu den Wallfahrtsfesten im jüdischen Glauben.
Ein wichtiger Bestandteil dieser Festtage ist der Verzicht auf Chamez – auf gesäuerte Speisen. Dazu gehört jede Speise, die Weizen, Roggen, Gerste, Hafer oder Dinkel beinhaltet. Als Ausnahme wird hierbei vorschriftsmäßig zubereitetes Matzen (Mazzot) gesehen, d.h. die Zubereitung darf einschließlich dem Backen nicht mehr als 18 Minuten dauern. In diesem Zeitraum hat das Brot noch nicht angefangen zu säuern. Dem Fest geht außerdem auch vorweg, dass das ganze Haus auf das Gründlichste geputzt, alles Geschirr koscher gemacht und jede gesäuerte Nahrung entfernt wird.
Der Verzicht auf Chamez geschieht im Gedenken an die Vorfahren, die bei ihrem unverhofften Auszug aus Ägypten keine Zeit mehr hatten, das Brot säuern zu lassen. Daher trägt das Fest auch den Namen „Fest der ungesäuerten Brote“.
Höhepunkt des Festes stellt der Sedernabend dar: Nach dem Abendgottesdienst in der Synagoge werden zu Hause in einem Festmahl festgelegte Speisen mit symbolischer Bedeutung nach einem bestimmten Verlauf eingenommen. So symbolisieren bittere Kräuter an die Sklaverei, Ei und Lammknochen an das rituelle Opfer, Salzwasser symbolisiert die Tränen der Israeliten, etc. Währenddessen verliest der Sederleiter oder die Sederleiterin die entsprechende Stellen aus der Haggada, die an den Auszug aus Ägypten erinnern.
Der Abschluss bildet am 27. April das Jiskor-Gebet, in welchem Gott darum gebeten wird, den verstorbenen Verwandten zu gedenken.
Mehr Informationen gibt es auch unter:
www.wikipedia.de
www.payer.de
Willi Everding: Von Advent bis Zuckerfest
Trevor Barnes: Die großen Religionen der Welt


