KulturCheck II - 2009
Purim (Fest der Lose)
Purim ist ein kleines jüdisches Fest, welches im Zusammenhang mit einem historischen Ereignis steht.
Haman, Minister des persischen Königs Achaschwerosch hatte den Plan alle Juden, die in den 127 Provinzen des Perserreiches lebten, umbringen zu lassen, weil einer von ihnen, Mordechaj, ihm nicht huldigen wollte.
Durch das Werfen von Losen wurde für diesen Völkermord der 13. Adar (Monat im jüdischen Kalender) bestimmt.
Die Gattin des Königs, Königin Esther, erfuhr davon, sie begann zu fasten und zu beten um von Gott Hilfe für ihr Volk zu erbitten.
Drei Tage danach trat sie vor ihren Mann, offenbarte ihm, dass sie Jüdin ist und ihr Volk in großer Gefahr schwebt.
Als dann noch ein Komplott Hamans gegen den König aufgedeckt wurde, wurden Haman und seine Söhne gehängt und die Juden aus der tödlichen Gefahr gerettet.
Wegen der großen Gefahr, die dem Volke drohte und von Gott abgewendet wurde, wurde aus Dankbarkeit ein besonderes Dankgebet in die wichtigsten Tagesgebete eingeflochten. Das Achtzehngebet, Schmone Esre, ist von solcher Bedeutung, dass es den Mittelpunkt jeden Gottesdienstes bildet. Da dieses Gebet stets stehend gesprochen wird, bezeichnet man es auch oft als die 'Amidah'. Dieses Gebet ist Kernstück jeden Gottesdienstes, am Morgen im Morgengebet (Shachrith), ebenso am Nachmittagsgebet (Minchah) als auch im Abendgebet (Ma'ariw), es wird sogar oft einfach als die T'filah (das Gebet) bezeichnet.) und Tischgebet eingefügt.
Der 13. Adar ist heute noch ein Fasttag, Ta’anit Esther, zum Gedenken an das Fasten der mutigen Königin.
Gemäß der Pflicht des Festes wird am Abend des 14. Adar sowie am folgenden Vormittag unter Anwesenheit des Volkes die Rolle Esther gelesen, wobei besonders die Kinder angehalten sind, beim Hören des Namens Haman mit Rasseln zu lärmen oder zu stampfen.
Alle, auch die Frauen, haben die Pflicht, bei der Verlesung anwesend zu sein.
Die Stimmung am Purim-Fest ist sehr fröhlich, ähnlich wie im Karneval verkleiden sich insbesondere die Kinder.
Purim ist der einzige Tag im Jahr, an dem das Trinken von Alkohol ausdrücklich erlaubt ist.
Vor dem Fest werden kleine Geschenkpäckchen mit Gebäck und Wein an Verwandte, Freunde und Bedürftige verteilt, damit jeder das Fest fröhlich und ohne Not begehen kann.
Das Fest ist deshalb so bedeutsam, weil das Volk offensichtlich vor seiner Ausrottung, also aus höchster Gefahr, von Gott gerettet wurde.
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