KulturCheck III - 2009
"KulturCheck" ist ein Angebot im Rahmen von Projekt i , dem Projekt von Jugendrotkreuz und der Jugendfeuerwehr im Saarland.
Dieser "KulturCheck" befasst sich mit einem bestimmten interkulturellen Thema
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Bildungsreferentin JRK Referentin Projekt i DRK LV-Saarland |
Maraike Rieber Vollweidstraße 2 66115 Saarbrücken |
Tel.: +49 681 97642-82 Fax: +49 681 97642-95 Mail: rieberm@lv-saarland.drk.de |
Ostern
Wir wünschen euch allen mit diesem KulturCheck ein schönes Osterfest!
Warum Ostern in vielen Teilen der Welt gefeiert wird, wissen ja alle, oder? Wir fassen es hier noch mal zusammen...
Die Karwoche
Die Karwoche (althochdeutsch kara: Klage, Kummer, Trauer) wird auch „Stille Woche“, „Heiligen Woche“ oder „Große Woche“ genannt und ist die Trauerwoche vor Ostern.
Sie beginnt am Palmsonntag mit dem Gedächtnis des Einzugs Jesu in Jerusalem und erreicht ihren Höhepunkt im Triduum Sacrum (= heiligen drei Tage) am Gründonnerstag, an dem die Einsetzung der Eucharistie bzw. des Abendmahls gefeiert wird, im Gedächtnis des Leidens und Sterbens Jesu am Karfreitag und sie mündet am Ende des Karsamstags in die Feier der Osternacht.
Einem Jahrhundert alten Brauch entsprechend, schweigen noch heute in allen katholischen Kirchen aus Trauer um das Leiden und Sterben Jesu Christi ab dem Gloria, einem bestimmten Gottesdienstritual, an der Messfeier am Abend des Gründonnerstag bis zum Gloria in der Osternacht die Glocken (teilweise auch der Uhrschlag). Als Ersatz werden Schlagbretter, Ratschen, Klappern und ähnliche Holzwerkzeuge genutzt, um die Gläubigen an die Gebets- und Gottesdienstzeiten (Angelusläuten, Stundengebet) zu erinnern.
Oft finden in der Karwoche tägliche Kreuzwegandachten statt.
Ein alter katholischer Brauch im Saarland ist das Osterratschen oder auch als „Kläppern“ bezeichnet, wobei anstelle des Geläuts der Glocken, Kinder, meist Ministranten, mit Holzratschen durch die Straßen oder von Haus zu Haus gehen.
Weil die Glocken von Gründonnerstagabend bis zur Osternacht nicht läuten, erzählte man sich früher und bisweilen auch noch heute, dass die Glocken nach Rom geflogen seien, um dort vom Papst gesegnet zu werden.
Palmsonntag
Der Palmsonntag ist der 6. und letzte Sonntag der Fastenzeit, die mit Aschermittwoch beginnt, und der Sonntag vor Ostern. Er hat seinen Namen von den Palmenzweigen, mit denen dem Johannesevangelium nach die Menschen in Jerusalem Jesus bei seinem Einzug begrüßten. Der Palmzweig war bereits in der griechischen Mythologie ein Symbol für Sieg und Triumph, aber auch für Frieden und Leben.
Der Brauchtum zu Palmsonntag ist regional unterschiedlich. Einige lassen die Palmwedel in der Palmweihe weihen und nehmen diese mit nach Hause und stecken sie hinter das Kruzifix oder die Kinder bringen ihren Paten und Großeltern die gesegneten Palmstöcke und bekommen dafür etwas Süßes geschenkt. Andere haben einen „Palmesel“ der entweder in der Kirche vor dem Altar steht oder es wird eine Christusfigur auf einem Holzesel durch die Stadt gezogen. Als Palmesel bezeichnet man an einigen Orten auch das Familienmitglied, das am Palmsonntag als letztes aufsteht.
Eine besondere Prozession findet in Jerusalem statt. Tausende pilgern mit Palmen und Instrumenten vom Ölberg durch das Löwentor in die Altstadt von Jerusalem. In der St. Anna-Kirche wird dann traditionell der Segen gespendet.
Gründonnerstag
Der Gründonnerstag auch Hoher, Heiliger oder Weißer Donnerstag genannt ist der Gedenktag der Einsetzung des letzten Abendmahls und Gefangennahme Jesu. Woher der Name Gründonnerstag herkommt ist nicht genau bekannt, man nimmt an, dass das Wort „grün“ von dem alten Wort „greinen“ (= weinen) abstammt. Offenbar hängt dieser Name mit der früheren Sitte zusammen, dass an diesem Tag die öffentliche Sünder aus ihrer Bußzeit entlassen wurden, die man ihnen Aschermittwoch aufgelegt hat.
Es gibt verschiedene Bräuche am Gründonnerstag: häufig nimmt man an diesem Tag „grüne“ Speisen zu sich, wie z.B. Spinat oder Grünkohl oder man isst eine Brezel (die meist mit Pudding gefüllt ist), damit einem keine Eselsohren wachsen.
Die Eier die am Gründonnerstag gelegt werden sind in machen Gegenden sog. Gründonnerstagseier oder Antlaßeier, die gesammelt, am Ostersonntag in der Kirche geweiht, anschließend unter den Hausbewohner/innen verteilt und mit der Schale (oder einem Stück davon) verspeist werden. Das Verspeisen schützt vor diversen Leiden wie Kreuzschmerzen, Leistenbruch und auch vor Schlangenbissen. Die Eier wurden früher auch als „Abwehrzauber“ verwendet, um Hexen zu erkennen.
In anderen Regionen Deutschlands werden die Ostereier am Gründonnerstag gesucht oder es wird gebettelt um Süßigkeiten zubekommen.
Karfreitag
Der Karfreitag ist der Todestag Jesu. Er wird auch „Stiller“ oder „Hoher“ Feiertag genannt. In der katholischen Kirche ist er ein strenger Fast- und Abstinenztag, d.h. es darf nichts gegessen werden, kleine Speisen am Morgen und Abend sind erlaubt. Die Bezeichnung „Guter Freitag“ geht auf Martin Luther zurück, denn es ist Brauch in der evangelischen Kirche an diesem Tag das Abendmahl zu sich zu nehmen.
In den orthodoxen und katholischen Ostkirchen byzantinischer und slawischer Tradition beginnt in der Regel schon am Donnerstagabend der Morgengottesdienst zu Karfreitag, der im Volksmund „Die zwölf Evangelien“ genannt wird.
In vielen Familien wird an diesem Tag kein Fleisch gegessen.
Karsamstag
Der Karsamstag gilt als Tag der Grabesruhe Jesu. In der evangelischen Gemeinden finden einzelne Gottesdienste oder Andachten statt. In der römisch-katholischen Kirche finden lediglich Beichten und Bußandachten statt, um eine „innere Reinigung“ zu erzielen. Der Karsamstag endet mit dem Beginn der Feier der Osternacht, meistens startet der Gottesdienst mit einem Osterfeuer, an ihm wird die Osterkerze entzündet und in das dunkle Gotteshaus getragen. Die Osterkerze bleibt bis zum Himmelfahrtstag am Altar stehen und bekommt dann ihren Platz am Taufbecken. Den Abschluss des Gottesdienst bildet die Feier des Abendmahls.
Ostersonntag
Der Ostersonntag ist der Festtag der Auferstehung Jesu Christi von den Toten und damit der ranghöchste Feiertag im Kirchenjahr. Mit ihm beginnt das Osterfest und die Osterzeit, zugleich beendet er die Karwoche und das Triduum Sacrum.
Das Osterdatum wird wie das jüdische Fest Pessach über den Mondkalender bestimmt. Es fällt in den westlichen Kirchen auf den Sonntag nach dem ersten Vollmond nach der Tagundnachtgleiche im Frühling. Es bestimmt auch die Daten der übrigen Festtage des Osterfestkreises.
Bekanntere Osterbräuche sind das Suchen von Süßigkeiten und bemalten Eier, die der „Osterhasen“ versteckt hat. Bäumen im Garten oder Zweige in Vasen werden mit Ostereiern geschmückt oder es gibt einen Kuchen in Hasen- oder Lammform.
In anderen Länder gibt es die Bräuche wie sich gegeneinander leicht mit einer Birkenrute zu schlagen um an die Palmzweige zu erinnern, man bewirft sich mit gekochten Eiern. Kinder verkleiden sich als „Osterweiber“, man lässt Eier an abschüssigen Straßen etc. hinunterrollen, bis die Schale ganz kaputt ist und vieles mehr.
Christi Himmelfahrt
Christi Himmelfahrt ist 40 Tage nach Ostern. Man erinnert sich an die Rückkehr Jesu Christi als Sohn Gottes in den Himmel.
Pfingsten
Pfingsten wird aus dem Griechischen hergeleitet und heißt „der fünfzigste Tag“. Es ist das christliche Fest der Entsendung des Heiligen Geistes. Es geht auf das jüdische Wochenfest Schawuot zurück und wird wie dieses am fünfzigsten Tag nach Ostern bzw. Pessach (vgl. KulturCheck II-2008) gefeiert.
In vielen Regionen existieren Pfingstbräuche, z.B. das Pfingstbaumpflanzen, der Pfingstenkranz, das Schmücken des Pfingstochsen oder der Knoblauchmittwoch...
Mehr Informationen gibt es auch unter:www.payer.de www.wikipedia.de www.katholisch.de www.wochenpostusa.com Everding, Willi: Von Advent bis Zuckerfest


