KulturCheck VI - 2008
Hanukah Sameah!
Hanukah Sameah!
Heute beginnt Chanukka!
Chanukka („Neueinweihung“ oder „Wiedereröffnung“) ist ein Halbfeiertag, d.h. er geht nicht auf biblische Gebote, sondern auf historische Ereignisse zurück und dauert acht Tage lang. Chanukka beginnt am 25. Kislew (November/Dezember) und endet am zweiten Tewet (Dezember/Januar).
Während Chanukka wird der Alltag fortgesetzt, die Erwachsenen gehen arbeiten und die Kinder zur Schule.
Mit Chanukka wird der Sieg Judas Makkabäeus und seiner vier Brüder über die Seleukiden-Dynastie von Syrien im Jahre 162 v. Chr. gefeiert. Nach dem Sieg konnte auch der, von den fremden Herrschern missbrauchte, Tempel gereinigt und wiedereingeweiht werden. Leider war aber nur noch eine geringe Menge geweihtes Öl übrig, das gerade gereicht hätte, den Tempel einen Tag lang zu erleuchten. Zur großen Verwunderung leuchtete das Licht dennoch acht Tage lang – eben gerade so lange um neues Öl herzustellen. Zum Gedenken an dieses Lichtwunder wird in jedem Jahr Chanukka gefeiert.
Die Menora, der Chanukka-Leuchter, ist ein Achtarmiger Leuchter mit einem zusätzlichen Halterarm für den Schamasch („Diener“) , der in der Regel in der Mitte steht.
Jede jüdische Familie besitzt einen solchen Leuchter, dessen Lichter nur an Chanukka entzündet werden dürfen. Die Lichter werden nach Nachtbeginn mit dem Schamasch-Licht entzündet. Bevor man die Lichter anzündet spricht man zwei Segenssprüche. Am ersten Abend wird nur ein Licht angezündet, die Kerze an der Menora ganz rechts. Am zweiten Abend werden zwei Lichter angezündet und so weiter. Das Entzünden der Lichter findet immer von links nach rechts statt, nachdem die Lichter angezündet sind werden Gebete gesprochen, Lieder rezitiert und von der ganzen Familie gesungen, um somit eine freudige und feierliche Stimmung zu schaffen. Wenn du ausprobieren willst, wie der Leuchter richtig angesteckt wird, klick doch mal auf http://www.jmberlin.de/weihnukka/spiel.html
Die Lichter dürfen nicht für praktische Zwecke, wie z.B. zum Lesen, zum Zigaretten anzünden, zum Beleuchten des Zimmers, etc. benutzt werden. Außerdem sollte die Menora an ein Fenster gestellt werden, um damit öffentlich das Chanukka-Wunder zu verkünden.
Die Chanukka-Tage sind eine Zeit freundschaftlicher Zusammenkünfte, bei denen man sich gemeinsam an die Vergangenheit erinnert und neue Hoffnung für die Zukunft schöpft. In dieser Zeit ist Fasten und Totenklagen untersagt, es soll eine Zeit der Freude sein.
Jeden Abend bekommen die Kinder Geschenke oder Geld, um sich Geschenke kaufen zu können. Dies ist zurückzuführen auf einen alten Brauch, bei dem die Kinder das Geld bekamen, um ihre Lehrer zu bezahlen.
Außerdem werden jeden Abend Geschichten aus der Bibel sowie Märchen erzählt, besonders beliebt sind dabei die apokryptischen Erzählungen von Makkabäern.
Die Kinder müssen während den Chanukka-Tagen nicht lernen und dürfen vor allem spielen. Ein besonders beliebtes Spiel an Chanukka ist das Dreidelspiel (hebräisch: Swiwon = Kreisel). Es handelt sich dabei um keinen gewöhnlichen Kreisel, denn er trägt die hebräischen Buchstaben Nun, Gimel, He und Schin, mit denen die Worte des Satzes „Nes gadol haja Scham“ („Da unten hat sich ein großes Wunder ereignet“) beginnen. Je nachdem welchen Buchstaben der Kreisel anzeigt, bekommt ein Spieler/eine Spielerin etwas zu seinem/ihrem Einsatz hinzu oder muss mehr abgeben. Dieses Spiel kann auch (in ähnlicher Form) im Internet gespielt werden: http://www.billybear4kids.com/holidays/hanukkah/dreidel2.htm
Quelle:
www.payer.de/judentum/jud513.htm
www.feste-der-religionen.de/feste/chanukka.htm
www.judentum-projekt.de/religion/feste/chanukka/index.htm
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